Ein 500 Seiten langer Bericht von Frankreichs Institut für Nuklearsicherheit (IRSN) legt es offen dar: bei 58 Atomreaktoren herrschen erhebliche Mängel. Desweiteren sind die Reaktoren nicht für Katastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen gewappnet. Die französischen Sozialisten (PS) als auch die Grünen Les Verts/France Écologie (EELV) haben schon Pläne, um 24 der 58 Atomreaktoren abzuschalten. Daher wird wahrscheinlich auch der kommende Wahlkampf in Frankreich geprägt sein von der Atomdebatte.

 

 

Die Atomkraftwerk-Betreiber bekommen vorläufig die gezahlten Abgaben für die Brennelementesteuer zurück, so entschied das Finanzgericht München. So erhielten RWE und E.ON bisher 170 Millionen Euro zurück. Da das Verfahren aber in die nächste Instanz geht, müssen sie das Geld erstmal auf die hohe Kante legen.

Der Bundesfinanzminister verlangt jedes Jahr von den vier großen Atomkonzernen Abgaben in Höhe von 1,3 Milliarden Euro. Das entspricht für jedes verwendete Gramm Uran 233 und 235 oder Plutonium 239 und 241 jeweils 145 Euro – eigentlich nicht viel, wenn man bedankt wie hoch das Gefahrenpotential dieser Stoffe ist. Daher lieber eine Energiewende mit Ökostrom!

Hier eine sehr schöne Dokumentation zum Atomausstieg und den Machenschaften der Atomindustrie:

 

Der letzte Kampf der Atomindustrie

Wie die FAZ berichtet, bereiten die Atomkonzerne Verfassungsklagen gegen den Atomausstieg vor, den der Bundestag am 30. Juni beschließen möchte. So hat E.ON bereits Gutachten erstellen lassen und RWE beruft sich auf Sachzwänge aufgrund des Aktienrechts.  Konkret sehen die Konzerne und ihre Juristen zwei Verstöße gegen die Verfassung: Demnach stelle die Abschaltung der Altmeiler und die Verkürzung der Restlaufzeiten einen Verstoß gegen das Grundrecht auf Eigentum dar. Darüber hinaus sei die Steuer auf die Einbringung in Atomreaktoren nicht rechtmäßig. Es bleibt zu hoffen, dass das  Bundesverfassungsgericht das Recht auf körperliche Unversehrtheit und die Gefahrenabwehr höher gewichten wird als die finanziellen Interessen  der Konzerne.

Die Verbraucher können in der Zwischenzeit den großen Stromkonzernen den Rücken kehren und zu einem Ökostromanbieter wie Ökostrom für Alle wechseln. In den meißten Vertriebsgebieten der Atomkonzerne lässt sich dabei sogar Geld sparen!

 

Heute hat die Bundesregierung in einem Eckpunktepapier bekannt gegeben, dass Deutschland bis spätesten 2022 aus der Atomkraft aussteigen wird. Von den acht derzeit aufgrund des Moratoriums ausgeschalteten AKWs werden sieben permanent abgeschaltet bleiben. Ein, noch nicht definitiv bestimmtes süddeutsches Kraftwerk wird voraussichtlich bis 2013 in Reserve gehalten, um evenuellen Stromausfällen vorzubeugen.

Mit der jetzt definiv beschlossen Energiewende kommen grosse Herausforderungen auf Deuschland zu. Politik, Bevölkerung und Industrie werden ihren Beitrag leisten müssen um den Atomausstieg bei gleichzeitiger Beibehaltung der CO2-Reduktionsziele zu bewältigen. Wir von Ökostrom für Alle werden unseren Beitrag leisten und noch mehr Menschen die persönliche Energiewende in Deutschland zu ermöglichen!

Die Bundesnetzagentur (BNA) hat für den Winter ein erhöhtes Risiko von Stromausfällen im Winter prophezeit, sofern es bei der im Rahmen des Atommoratoriums beschlossenen Abschaltung von acht AKWs bleibt. Als Gründe werden der erhöhte Strombedarf im Winter, die jahreszeitlich bedingt reduzierte Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien und die überlastete Übertragungsinfrastruktur genannt. Laut einem Bericht der BNA vom 27.05.2011 könnte es insbesondere in der Rhein-Main und der Rhein-Neckar-Region sowie in Hamburg zu Störungen der Stromversorgung kommen, sofern ungünstige Wetterbedingungen, wie z.B. ein ausgedehntes Hochdruckgebiet im Winter, eintreten. In so einem Falle wäre auch ein eigentlich unerwünschter Import von Atomstrom aus Frankreich keine Alternative, da dort im Winter vielfach mit Strom geheitzt wird und kaum überschüssige Kapazitäten vorhanden sind.
Sollte es tatsächlich zu einem solchen Szenario kommen ist klar, dass kurzfristig auch auf die Bereits stillgelegten Kapazitäten zurückgegriffen werden und ggf. auch auf die geplante Einmottung von CO2-Schleudern, wie z.B. alter Ölkraftwerke verschoben werden muss. Schliesslich will niemand, sich für die Energiewende einsetzt, dass in Deutschland die Lichter ausgehen!
Aus beunruhigenden Nachrichten müssen langfristige Schlüsse gezogen werden. Unsere Stromversorgung basiert offensichlich auf den falschen Technologien. Die bestehenden Grosskraftwerke sind zu unflexibel für unsere Anforderungen. Ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf Umwelt und Menschen. Weiterhin muss die Stromversorgung gleichzeitig lokaler und globaler werden. D.h. dass wir in erster Line Strom dort erzeugen müssen wo er verbraucht wird. Für Situationen in denen dies generell oder auch nur zeitweilig nicht möglich ist, brauchen wir intelligente, dichtere und belastbarere Stromnetze. Kurz gesagt: wir müssen die Energiewende aufgrund einer möglichen Stromlücke nicht verlangsamen, sondern wir müssen sie beschleunigen!

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