Die Bundesnetzagentur (BNA) hat für den Winter ein erhöhtes Risiko von Stromausfällen im Winter prophezeit, sofern es bei der im Rahmen des Atommoratoriums beschlossenen Abschaltung von acht AKWs bleibt. Als Gründe werden der erhöhte Strombedarf im Winter, die jahreszeitlich bedingt reduzierte Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien und die überlastete Übertragungsinfrastruktur genannt. Laut einem Bericht der BNA vom 27.05.2011 könnte es insbesondere in der Rhein-Main und der Rhein-Neckar-Region sowie in Hamburg zu Störungen der Stromversorgung kommen, sofern ungünstige Wetterbedingungen, wie z.B. ein ausgedehntes Hochdruckgebiet im Winter, eintreten. In so einem Falle wäre auch ein eigentlich unerwünschter Import von Atomstrom aus Frankreich keine Alternative, da dort im Winter vielfach mit Strom geheitzt wird und kaum überschüssige Kapazitäten vorhanden sind.
Sollte es tatsächlich zu einem solchen Szenario kommen ist klar, dass kurzfristig auch auf die Bereits stillgelegten Kapazitäten zurückgegriffen werden und ggf. auch auf die geplante Einmottung von CO2-Schleudern, wie z.B. alter Ölkraftwerke verschoben werden muss. Schliesslich will niemand, sich für die Energiewende einsetzt, dass in Deutschland die Lichter ausgehen!
Aus beunruhigenden Nachrichten müssen langfristige Schlüsse gezogen werden. Unsere Stromversorgung basiert offensichlich auf den falschen Technologien. Die bestehenden Grosskraftwerke sind zu unflexibel für unsere Anforderungen. Ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf Umwelt und Menschen. Weiterhin muss die Stromversorgung gleichzeitig lokaler und globaler werden. D.h. dass wir in erster Line Strom dort erzeugen müssen wo er verbraucht wird. Für Situationen in denen dies generell oder auch nur zeitweilig nicht möglich ist, brauchen wir intelligente, dichtere und belastbarere Stromnetze. Kurz gesagt: wir müssen die Energiewende aufgrund einer möglichen Stromlücke nicht verlangsamen, sondern wir müssen sie beschleunigen!