Die deutsche Politik reagierte schnell auf die Ereignisse in Fukushima und rief die Energiewende aus, wonach bis 2022 in Deutschland keine Atomkraftwerke mehr am deutschen Stromnetz sind. Nun wird der Ökostrom und der Ausbau der regenerativen Energiequellen gefördert. So lag der “Grün-Strom“-Anteil im Jahr 2011 bei 20 Prozent und damit weit über dem Erwartungswert vieler Experten.

Doch eine Sache wird bei der Energiewende gerne vergessen. Deutschland besitzt immer noch neun Jahre lang Atomkraftwerke und auch abgeschaltete AKW´s besitzen Brennelemente, welche eine ähnliche Katastrophe wie in Fukushima auslösen könnten. Natürlich besitzt auch Deutschland ein Sicherheitskonzept, sollte eine radioaktive Stoffe freigesetzt werden. Doch die Ereignisse in Fukushima haben die Experten vom Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Strahlschutz zum Nachdenken gebracht.

So wurde erkannt, dass bei einem GAU wochenlang radioaktive Stoffe in die Umwelt gelangen und nicht wie angenommen nur wenige Tage. Dies verändert das ganze Sicherheitskonzept. Denn bisher ist man davon ausgegangen, dass man nur ein kleines Gebiet evakuieren müsse, da sich die Windrichtung über wenige Tage nicht stark bzw. nur gering verändert. Nun wurde in Fukushima aber festgestellt, dass radioaktiv verstrahlte Stoffe über einen viel längeren Zeitraum freigesetzt wurden und damit auch in verschiedene Richtungen und größere Entfernungen gelangen können. Die Experten haben auf Grundlage der neuen Werte errechnet, dass im schlimmsten Fall bis zu eine Million Menschen evakuiert werden müssten.

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines ähnlichen Unglücks, wie in Fukushima, in Deutschland sehr gering ist, ist die Gefahr doch da, denn erst im Jahr 2022 gehen die Atomkraftwerke Isar2 (Bayern), Emsland (Niedersachsen) und Neckwarwestheim 2 (Baden-Württemberg) vom deutschen Stromnetz. Es scheint so als müsse sich die Regierung trotz des Atomausstieges nochmal intensiv mit der Atomkraft beschäftigen und das Sicherheits- und Evakuierungskonzept überarbeiten.

Nun jähren sich die Ereignisse von Fukushima bald zum ersten Mal und dennoch herrscht die Meinung in Japan, dass Atomkraft unverzichtbar ist. Zwar wurden kurzfristig alle Atomkraftwerke in Japan vom Netz genommen, doch ein langfristiger Atomausstieg steht bisher nicht zur Debatte.

Trotz des Protestes tausender japanischer Bürger ist noch keine Energiewende in naher Zukunft in Sichtweite. Der amtierende Premierminister Yoshihiko Noda erklärte zwar, dass keine neuen Atomkraftwerke oder Atomreaktoren gebaut werden aber die bestehenden Atomkraftwerke notwendig sein, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Die deutsche Energiewende indessen nimmt immer weiter Form an und so konnten die regenerativen Energiequellen im Jahr 2011 einen Anteil von 20% am deutschen Strommix erzielen. Die deutsche Bundesregierung hat aus den Ereignissen in Fukushima gelernt und setzt nun auf grünen Strom.

Nach aktuellen Strahlenmessungen soll die Sperrzone, welche sich in einem Radius von 20 km um Fukushima befindet, zu klein sein. So wurden extrem hohe radioaktive Werte außerhalb der Zone gemessen worden – sowohl in der Luft als auch im Boden. Dennoch hat die Regierung bisher noch keine Schritte unternommen, um die Bevölkerung zu warnen und die Sperrzone zu vergrößern. Auch der Grenzwert von 20 Millisievert pro Jahr sei zu hoch angesetzt, meinen Experten. Wäre der Wert niedriger, müssten zahlreiche Provinzen evakuiert werden, was eine landesweite Krise auslösen würde und so beläst man die Grenze bei 20 Millisievert pro Jahr.

Gleichzeitig demonstrieren tausende von Japanern gegen die Atomkraft und fordern eine Energiewende und einen Umstieg auf Ökostrom.

Eilmeldung: In einem stillgelegten Atomkraftwerk in Frankreich hat sich vor wenigen Minuten eine Explosion ereignet. Es besteht die Gefahr, dass radioaktives Material entweiche. Angeblich soll ein Ofen im AKW explodiert sein.

Das AKW befindet sich im Süden von Frankreich, ca. 30 km von der Stadt Avignon entfernt.

Dadurch ist erkennbar wie gefährlich und unberechenbar die Atomkraft ist. Es reicht nicht, wenn nur Deutschland den Atomausstieg verfolgt, sondern es muss ein weltweiter Atomausstieg gefordert werden!

In vielen Nachrichtenberichten wurden die Folgen, welche für die Menschen bestehen, vom atomaren Unfall im Atomkraftwerk Fukushima ausreichend behandelt. Jedoch wurde ein wesentlicher Punkt weitesgehend außer acht gelassen: Die Folgen für den Pazifik und die Meeresbewohner. So wurden diese jetzt von Forschern, Physikern und Meeresbiologen untersucht und in einem Bericht zusammengefasst. Denn seit März sind Millionen Liter kontaminiertes Wasser in den Pazifik geflossen und das hat Auswirkungen auf die dort lebenden Organismen, Fische und damit auch auf unsere Nahrungskette.

Zum Bericht “Zu den Auswirkungen von der Reaktorkatastrophe von Fukushima auf den Pazifik und die Nahrungskette”

Laut aktuellen Medienberichten zensiert die japanische Regierung unabhängige Medien zu dem Unglück in Fukushima. So sind Webseitenbetreiber und Telekommunikationsunternehmen angehalten, ihre Meldungen zu entfernen, welche nicht mit den Regierungsangaben übereinstimmen. Dies scheint aber kein neues Phänomen, da auch schon direkt nach dem Unglück in Fukushima, auf Youtube kritische Videos zu TEPCO und deren Informationspolitik, kurz nach ihrer Erscheinung wieder verschwunden waren.

Daher kann man annehmen, dass die japanische Regierung schon lange die Medien zensiert und beeinflusst.

Die Regierung empfiehlt weitere Evakuierung rund um das Atomkraftwerk Fukushima. In den nächsten Tagen soll bekannt gegeben werden, welche Regionen es betreffe. Es werden Gebiete ausgewählt, bei denen die Strahlenbelastung über der international empfohlenen Höchstgrenze von 20 Millisievert im Jahr steigen könnte.

Desweiteren wurde eine Lieferstopp für Rinder aus der Region Fukushima verhängt, nachdem bekannt wurde das einige Tiere mit verstrahltem Heu gefüttert wurden.

Zum ntv Artikel

In der japanischen Regierung bahnt sich ein Konflikt an. Noch vor wenigen Tagen gab der Ministerpräsident Naoto Kan bekannt, dass man über einen Atomausstieg in Japan nachdenke. Nun aber ruderte der Regierungssprecher Yukio Edano zurück und erklärte der Presse, dass der Atomausstieg nur eine “Hoffnung für die ferne Zukunft” sei. Die Aussage von Kan sei nur als der Anfang einer Debatte und es stehe fest, dass die Atomkraftwerke in Japan noch eine lange Zeit genutzt werden. Es werde natürlich langsam die Atomkraft reduziert aber einen vollkommen Ausstieg wird es noch nicht geben, so der Regierungssprecher Edano.

 

Zum SZ Artikel

Nach dem Missouri-Hochwasser stehen nun auch zwei Atomkraftwerke in dem US Bundesstaat Nebraska unter Wasser. Die Atomaufsichtsbehörde sagt zwar, dass die Lage unter Kontrolle sei und das kein Grund zur Beunruhigung bestehe, doch die Bilder aus Fukushima sind noch in den Köpfen der Bevölkerung. Auch damals wurde gesagt, dass alles unter Kontrolle sei. Besonders nachdem bekannt wurde, dass im Juni in einem der Akw´s  ein Feuer in der Schaltzentrale ausgebrochen und damit die Kühlung für längere Zeit ausgefallen war.

Sollte das Hochwasser in den nächsten Tagen weiter steigen,  müssten die Atomkraftwerke vom Netz genommen werden, so die Betreiber der Atomkraftwerke.

Anhand dieser Meldungen erkennt man wieder, welche Gefahren von Atomkraftwerken ausgehen und wie aus kleinen Naturkatastrophen, große Nuklearkatastrophen von unvorstellbarem Ausmaß werden können. Die Natur ist unberechenbar und die Atomkraft nicht völlig beherrschbar, somit gibt es nur eine Lösung und diese heißt: Ausstieg aus der Atomenergie! Damit bietet sich einem nicht nur die Chance günstigen Ökostrom zu beziehen, sondern auch den Klimaschutz zu fördern.

Am letzten Freitag, den 17.06.2011, gab es erneut einen Rückschlag  im AKW Fukushima. Ein neues System zur Wasseraufbereitung, von dem sich die Ingenieure versprochen hatten, dass es die Lagerkapazitäten für Radioaktiv verseuchtes Wasser am Katastrophenreaktor entlasten könne, musste schon nach kurzer Zeit wieder ausser Betrieb genommen werden. Durch das System sollte unter anderem auch die Kühlung der Reaktoren verbessert werden, während weiter an einer permanenten Lösung zu Reaktorkühlung gearbeitet wird.

Am Sonntag berichtete der Weltspiegel über ehemalige Bewohner der evakuierten Region um das AKW. Der Betreiber Tepco hatte unter großen Vorsichtsmaßnahmen Touren zu den Häusern der Opfer organisiert, um diesen zu ermöglichen persönliche Gegenstände mitzunehmen und ein letztes Mal Abschied von ihrer Heimat zu nehmen. Die Bilder aus dem Katastrophengebiet sind schlichtweg bedrückend. Freilaufende Tiere und erste Anzeichen, dass sich die Natur die verlassene  Region zurückerobert, veranschaulichen eindrucksvoll, dass das Gebiet bezogen auf menschliche Zeithorizonte für immer unbewohnbar sein wird.

Nach anfänglicher – aus deutscher Perspektive kaum nachvollziehbarer – Gelassenheit, nach der Atomkatastrophe mehren sich jetzt auch in Japan Stimmen gegen die Atomkraft: Nach neuesten Umfrage lehnen mittlerweile 75% der Bevölkerung die Risikotechnologie ab. In Tokio kam es darüber hinaus zu Anti-Atom Demonstrationen mit mehr als 1000 Teilnehmern. Für hiesige Verhältnisse eine kleine, aber im japanischen Kontext durchaus beachtliche Anzahl.

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